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Es kann zwar durchaus passieren, dass der Münchner Splank mit seinem Zombie Nation Projekt in die Electroclash-Ecke gestellt wird, aber damit wird man seiner aktuellen Musik längst nicht mehr gerecht. Ja klar, Stadiontechnohits wie „Kernkraft 400“, Alben auf Gigolo, das Kokettieren mit überstarken Images und Song-Titeln fordern ihren Tribut, aber das liegt auch schon Lichtjahre zurück und mit seinem aktuellen Album „Black Toys“ hat er einen mutigen Entwurf hingelegt, der zeigt wie man heute Elemente aus Electro, Techno, Rock, Pop, Filterhouse und Metal nimmt und so perfekt produziert, dass es am Ende klingt wie eine deutsche Version von Timbaland. Ein Experiment, das voll aufgeht. In der Panorama Bar spielen heute unter anderem die Jungs von Rekleiner, hört sich zwar deutsch an, kommen aber aus London und sind dort schon seit längerem als DJ- und Produzententeam (u.a. mit Veröffentlichungen auf Catwash, Connaisseur und Get Physical) aktiv.
Zombie Nation Interview
Bitte stelle dich vor
Hi. Ich bins!
Deine Projekte heißen „Zombie Nation“ oder „John Starlight“, woher kommt dieses Faible für starke Images bzw. Namen?
Da muss ich selbst erst mal nachdenken.Nun, ein Name sollte meiner Meinung nach schon irgendetwas auslösen, nur so bekommt er als Name eine Bedeutung. Also ich selbst habe generell ein Problem damit mir Namen zu merken, ich muss mir da immer Brücken bauen im Kopf. Vielleicht ist das ja der Grund.
Bei deinem neuen Album „Black Toys“ merkt man ganz deutlich, wie du versuchst neue musikalische Sprachen auszutesten. Was ist dir gerade wichtig?
Für mich ist wichtig, dass es Soul hat, also irgend etwas Warmes. Auch kleine Unregelmäßigkeiten sind erwünscht,weil sie den Sound meiner Meinung nach lebendiger machen. Mir macht es auch am meisten Spaß mit verschiedenen Stilen zu spielen, und mich nicht so dogmatisch nur eine Richtung durchzuziehen.
Dieser Eklektizismus geht ja in 80% aller anderen Fälle eher in die Hose. Wie verhindert man, dass das Ergebnis am Ende beliebig klingt?
Ich glaube am schwierigsten dabei ist, über die Länge eines Albums dann doch einen Zusammenhang oder eine
Einheit zu entwickeln. Dieses Mal war sicher ein Faktor, dass ich die Songs, die über zwei bis drei Jahre entstanden sind, nochmal innerhalb von zwei Monaten neu abgemischt habe. Das Mastering habe ich auch selbst gemacht, weil mir ein bestimmter Sound
wichtig war. Aber irgendwie arbeite ich auch schon immer dran, Gegensätze zu vereinen. Und ich bin glücklich, dass ich das auf „Black Toys“ endlich mal so
hingebracht habe, dass es auch jemand versteht (haha).
Wie kann man sich dein aktuelles Live-Set vorstellen, siehst du dich eher als Performer oder als Musiker?
Ich habe meine Maschinchen dabei, sequence und mische live. Da ist einiges zu tun. Ich kann mich dabei auch
ein wenig bewegen, weil ich keinen Laptop dabei habe, wo ich immer nach dem Mouse-Zeiger suchen muss. Meine
Performance besteht im Prinzip daraus, dass ich Spaß habe an dem was ich tue. Ich habe festgestellt, dass das bei den Leuten ganz gut ankommt nach dem Prinzip „Hey, bescheuerter als der Typ kann ich auch nicht sein“, und dann geht’s los.
Was war das Absurdeste , das du zu Zeiten deines Hits „Kernkraft 400“ erlebt hast? Absurd ist wahrscheinlich der zweite Name des Songs. Erst vor einem Monat hat mir jemand einen Artikel aus USA gemailt, dass der Song bei irgendeinem College Basketball Team nicht mehr gespielt werden darf weil die Statik der Tribüne nicht auf das starke Hüpfen der College Kids ausgelegt ist. Reicht das?
Also mir schon.
Drei Argumente für die Hauptstadt der Herzen München bitte.
Naja, in München gibt’s gutes Bier, entspannte Menschen und einen Flughafen mit vielen Direktverbindungen für mich. „Passt scho“ würde ich sagen!
Zombie Nation spielt am 6. Januar live im Berghain
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