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ACTRESS: sitzt virtuos zwischen allen musikalischen Stühlen.
Was haben Fußball und Musik gemeinsam? Die nötige Leidenschaft, um erfolgreich zu sein. Das meint zumindest Darren J. Cunningham. Und er muss es wissen, schließlich spielte Cunningham bis zu seinem zwanzigsten Lebensjahr in der Premier League, bevor er seine Karriere abbrach und seine ganze Energie in das Post-Dubstep-Projekt Actress steckte. Seit dem Jahre 2004 betreibt er auch noch das stilsichere Label Werk Discs, auf dem unter anderem Künstler wie Zomby, Lukid und Lone ein Zuhause fanden. Schon sein 2008 erschienenes Debütalbum „Hazyville“, das wie ein melancholischer Spaziergang durch dichten Londoner Nebel klang, machte Actress zu einem der respektiertesten Acts der britischen Underground-Szene. Sein zweiter Longplayer „Splaszh“ wurde Mitte letzten Jahres bei Damon Albarns Plattenschmiede Honest Jon’s veröffentlicht, einem der vielfältigsten und wichtigsten Labels im Vereinten Königreich. Dabei geht es zwar deutlich eingängiger als auf seinem Debütalbum zu, seinen obskuren Charme hat die Musik aber glücklicherweise nicht einbüßen müssen. Die Tracks bleiben dabei oft genug fragmentarisch, Schnappschüsse einer Idee, stehen gelassen im Rohzustand, ohne den Anspruch, bis ins letzte Detail feingeschliffen und perfektioniert zu werden. Gerade dadurch entsteht die atmosphärische Verdichtung der Tracks, die in ihrer Basslastigkeit immer etwas Bedrückendes, beinahe Klaustrophobisches an sich haben. Actress setzt sich nach wie vor virtuos zwischen alle ihm angebotenen Stühle. Stiltechnisch lässt sich sein Sound schwer einordnen, irgendwo zwischen der Techno- und Sample-Science à la Anthony Shake Shakir, relaxtem Deep House, Autechre-Melodiebögen und Post-Garage-Sensibilitäten bleept, klickt und wabert es gewaltig. Der authentische Lo-Fi-Sound und die skizzenhaften Arrangements bilden stets die Klammer für die rohen Beatentwürfe. Zu Actress gesellt sich heute der französische HipHop-Produzent Arno Bernard alias Onra, der nach einem Besuch in Vietnam (dem Land seiner Großeltern) mit „Chinoiseries“ ein erstaunliches Album mit südostasiatischen Klangschnipseln veröffentlicht hat. Ideen werden angerissen und rasant verworfen – die Stücke sind ebenso kurz wie prägnant und dabei extrem fokussiert. Die unterlegten Beats und die angewendete Cut-Up Methode in der Tradition des großen J Dilla machen diese 48 Minuten zu einem speziellen Reisebericht. Onra schafft es mit seinen obskuren Instrumenten-Samples, tiefen Bässen, zerhackten Vocals und scheppernden Drums jedem Track den nötigen Kick einzuhauchen, den es braucht, um sich in kürzester Zeit in den Gehörgang einzubrennen.
http://www.myspace.com/actresskhz
http://www.myspace.com/onra
http://www.myspace.com/jazzanovask
http://www.myspace.com/delfonic77
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