Line-up / Derrick May (Transmat Rec./Detroit, USA)
Mercury (Gomma Rec./Bern, CH)
Derrick May gilt als historische Figur in der elektronischen Tanzmusik; als Bahnbrecher des Detroit Techno – ein Genre welches in den 80ern stilbildend war für die elektronische Tanzmusik und seit einiger Zeit wieder reife Früchte trägt.
Von Derrick May stammt das legendäre Zitat: «Techno ist wie Detroit: ein kompletter Fehler. Es ist, als wenn man George Clinton und Kraftwerk in einen Fahrstuhl einsperrt». Während die “Motor City” in den vergangenen 20 Jahren wirtschaftlich und sozial total abgestürzt ist, haben der Techno und mit ihm Derrick May die Welt erobert. Heute zählen die Musikhistoriker May – zusammen mit Juan Atkins, Kevin Saunderson und Eddie Flashin’ Fowlkes – zu den Urvätern des Deetroit Techno.
Das Vorläufer-Genre des heutigen Techno – Derrick May selbst nennt es lieber High Tech Soul – entstand in den 80ern und war eine Fortentwicklung des Chicago House, der «sein Herz in der Disco-Musik der 70er hat» (Zitat v. Derrick May). May hingegen, damals Wortführer und Visionär der Detroiter Szene, wollte die elektronische Tanzmusik nach vorne ausrichten, mit “Zukunftsmusik” experimentieren, die Logik der etablierten Dance-Musik mit Hilfe von damals als futuristisch geltenden Klangmaschinen hinterfragen und überholen.
Das tat er zunächst als DJ und Produzent, später als Labelbetreiber von Transmat und Förder von Carl Craig, zwischen 2003 und 2005 zudem als Kurator des Detroit Music Festivals (Movement). Sein Opus Magnum «Strings of Life» hat May 1987 unter dem Pseudonym Rhythim is Rhythim veröffentlicht.
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